Inteview mit Luca Caricato (von Andrea D´Orazio) Leonardo da Vinci schlägt sie alle: „Salvator Mundi“, es ist ein Rekord.

Ein Gespräch mit dem Experten Luca Caricato: „Meiner Meinung nach stammen 66 % des Bildes von Leonardo. Er war ein Meister und nur wenige besaßen seine Qualitäten. Dennoch überzeugen mich einige Dinge nicht.“
 „Um sicherzustellen, dass es von einem Genie stammt, bedarf es eines digitalen Fingerabdrucks“ 

 Es ist das teuerste Kunstwerk aller Zeiten geworden und hat bisherige Ersteigerungsrekorde bei Auktionen geschlagen. Dennoch bleibt dessen Urheberschaft unklar und spaltet die Fachwelt: Der Salvator Mundi stammt von Leonardo da Vinci. Oder doch nicht?

Luca Caricato, ein Experte aus Verona, der für seine Forschungen über die esoterischen Codes des großen Meisters der Renaissance bekannt ist, ist bis zu einem gewissen Punkt skeptisch: „Wenn ich eine prozentuale Bewertung machen müsste, würde ich sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Leinwand authentisch ist, bei 66 % liegt.

Um jeden Zweifel zu beseitigen, würde es den Königstest erfordern.“

Was für einer wäre das?

 

„Der Fingerabdruck. Danach zu suchen könnte absurd erscheinen, bedenkt man, dass Leonardo vor Jahrhunderten lebte. Tatsächlich finden sich die Spuren des Künstlers in den Zeichnungen wieder, die er verwirklicht hat und uns heutzutage zur Verfügung stehen. Sie könnten auch in den Pigmenten des Gemäldes Salvator Mundi wiedergefunden werden. Doch wurde diese Art von Untersuchung durchgeführt oder nicht? Bisher habe ich hierzu nichts gefunden.“

 

Welche Elemente sind es nun, die mit bloßem Auge eine Verbindung des Gemäldes mit da Vinci erkennen lassen?

 

„Im Wesentlichen sind es drei Elemente. Allen voran ist es die Farbpalette, denn die Farben, die nach der Restaurierung entstanden sind, besonders die Rot- und Blautöne, finden sich auch in der Felsgrottenmadonna und im Abendmahl wieder. Dann gibt es den transparenten Globus, den der segnende Christus in der Hand hält und der die universelle Kraft der Kirche darstellen könnte: Leonardo war an vorderster Front in Sachen Forschung optischer Physik. Und zu dieser Zeit waren nur wenige in der Lage, diese Sphäre mit solch einer Klasse zu erreichen. Schlussendlich erinnert die Brust Christi, hervorstehend, fast androgyn, aus anatomischer Sicht sehr an die Gioconda. Erwähnt werden muss auch, dass einige Zeichnungen des Künstlers vorbereitende Entwürfe des Gemäldes Salvator Mundi zu sein scheinen.“

 

Was aber überzeugt sie nicht?

 

„Es gibt mehrere Aspekte, aber die offensichtlichste Anomalie ist die Frontalansicht des Erretters. In den Werken von Leonardo ist das Gesicht fast immer zu drei Vierteln angeordnet, um, wie er schreibt, der Figur mehr Dynamik zu verleihen.

Eine seltene Ausnahme ist die Zeichnung des Vitruvianischen Menschen, bei dem das Gesicht eine Vorderansicht hat.“

 

Aber warum wurde die Leinwand in einer Auktion für zeitgenössische Kunst verkauft?

 

„Wahrscheinlich ist das so, weil Kunsthistoriker weniger Kontrolle haben, aber auch weil dahinter ein Pool von Sammlern steckt, die bereit sind, jede Summe auszugeben. Für die alten Werke ist der Markt heute fast tot.“

 

 

Aus dem Italienischen -  Dr. Steve-Alexander Eichfuss, LL.M. -  www.kanzlei-eichfuss.de

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